Die ehem. Schiffmühle in Gruna

In einem Lehnbrief aus dem Jahre 1378 werden Otto Kämmerer von Gnandstein und Gebhard von Querfurt mit Gruna belehnt. Darin werden unter anderem, die zu Gruna gehörenden "mullen" erstmals erwähnt.

1434 kommt Gruna in Besitz der Adelsfamilie Spiegel. Im Lehnsbrief von 1464 erhalten Nachkommen der Familie die Grundherrschaft Gruna sowie die "...mol dafur mit ihren wehren, temmen, wasser, wasserlewften, ...".

Schiffmühlen wechselten im Laufe der Jahrhunderte mehrmals ihren Lageplatz, um die optimale Laufgeschwindigkeit zu gewährleisten. Zwischen Eilenburg und Bad Düben gab es um 1800 mindestens 7 Schiffmühlen, z. B. in Zschepplin, Hohenprießnitz, Gruna, Pristäblich sowie drei in Düben. Die Mulde gilt als schnellster Fluss Europas, der Abschnitt zwischen Eilenburg und Bad Düben eignete sich besonders, da hier das Gefälle am höchsten ist.


Seit dem Bestehen der Schiffmühlen müssen diese auch mehrfach neu erbaut werden, da sie der Witterung und den Gefahren von Hochwasser und Eisgang ausgesetzt waren. Auch Brände waren keine Seltenheit, da sich die Lager nach einiger Zeit erhitzten und sich der feine Staub leicht entzünden konnte. Dies konnte nur durch regelmäßige Schmierung verhindert werden.

In Gruna brannte sie 1865 sowie 1921 ab, ein Hochwasser im Jahre 1927 zerstörte die Mühle abermals. Danach wurde diese zu einem Zwittertyp zwischen Schiff- und Wassermühle umgebaut, bei der sich das Mahlwerk an Land befindet.

Diese bestand noch bis zirka 1945 am nordwestlichen Dorfrand, Dorfstraße 9.

Motorbetriebene Mühlen verdrängten mehr und mehr die Schiffmühlen.
Um 1950 wurde in Gruna eine elektrisch betriebene Motormühle angeschafft, welche noch bis zirka 1952 beruflich und später zum gelegentlichen Schoten verwendet wurde. Ein Motor trieb mittels Lederriehmen den sogenannten Walzenstuhl an. Der original Walzenstuhl existiert auch heute noch.

 

 Schiffmühle Gruna Mulde

 

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letzte Aktualisierung:

22.04.2015 02:41:48

 

 

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